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Und wir haben festgestellt, dass nur die Marktintegration und die Gewinne durch Kooperation eine Rolle spielen. Je stärker die Gesellschaft in den Markt integriert ist, desto stärker ist das Fairnessmotiv. Und je höher die Gewinne sind, die man aus Kooperation erzielen kann, desto mehr ist auch Kooperation verbreitet.
Ernst Fehr im Interview mit Antonia Rötger, Spektrum der Wissenschaft, März 2002, S 56 f


 

Die oekosoziale Wirtschaftsgemeinschaft: ein Markt mit Zukunft

> eine einführende Kurzdarstellung
(pdf-Datei, 1Seite)
> mehrseitige Gesamtpräsentation
(pps-Datei, > 1 MB)
> Outperformance nachhaltiger Unternehmen: 100 %


... und genau deshalb oekosozial-MARKT:

Über Shopping zu theoretisieren hat, in intellektuellen Zirkeln jedenfalls, den strengen Hautgout jener eigenartigen kulturwissenschaftlichen Leichtfüßigkeit, die von sinnarmer Beliebigkeit manchmal nicht leicht zu unterscheiden ist und auch eine Sozialgeschichte der Klobrille hervorzubringen vermag. Besser also, man verliert nicht allzu viele Worte über Shopping, ansonsten besteht Gefahr, dass man für einen dieser Flachdenker aus dem Popliterateneck gehalten wird.

Dabei ist der Konsumismus nicht nur die wohl bedeutendste Kraft, die unsere Lebensumwelt - etwa das Aussehen unserer Städte, der Vorstädte - formt, sondern auch ganz entscheidend unsere innere Lebenswelt.
(S 40)

Ununterscheidbarkeit ist im Kapitalismus ein Konsumhemmnis, Unterscheidbarkeit ist sein Lebenselixier. Eigentlich erstaunlich, dass das lange übersehen wurde, schließlich ergibt sich dies gewissermaßen schon aus dem Basiselement des kapitalistischen Wirtschaftens, aus der Ware: Eine Ware, die sich von anderen nicht unerscheidet, wird schwer an den Mann oder die Frau zu bringen sein, ihr Erfolg lebt davon, dass glaubhaft gemacht werden kann, diese spezielle Ware sei etwas ganz Besonderes, mit allen anderen ähnlichen Waren absolut unvergleichlich.
(S 52)

Ebenso richtig ist, dass "Corporate Social Responsibility" eher eine schöne Illusion als ein praktikabler Weg zur Weltverbesserung ist, eher "Hype" als "Hope". Denn für jedes umwelt- und menschenfreundlich produzierte Gut gibt es viele andere, die unter miserablen Bedingungen hergestellt werden. Zudem ist vielen Unternehmen ein aggressives Verhalten praktisch in ihr Geschäftsmodell eingeschrieben: Billigketten wie Wal-Mart, Lidl oder ähnliche können eben nur deshalb so preisgünstig verkaufen, weil sie niedrige Löhne zahlen und sparen, wo immer das möglich ist: bei Arbeitsrecht, Umweltschutz, Sicherheit. Und Firmen wie, sagen wir, BP (British Petrol) können noch so schöne Bekenntnisse zu einer sauberen Umwelt abgeben, sie sind nun einmal Ölfirmen. 285 Milliarden Dollar hat die Company im Jahr 2004 im Ölgeschäft verdient, 400 Millionen durch Investitionen in die saubere Solarenergie. Angesichts solcher Zahlen sind die ökonomischen Anreize zum Umweltschutz eher beschränkt - da braucht es staatliche Regeln, Moral allein wird wenig helfen. (S 145)

sämtliche Zitate aus:
Robert Misik
, Das Kult-Buch, Berlin: Aufbau-Verlag, 2007

 

 

Das Motto lautet: Ich kaufe, also bin ich gut. Exakter: Ich kaufe diese Ware nicht, sondern jene, also bin ich gut. Früher riefen Ökoaktivisten zum Boykott auf - heute ist daraus der 'Buy'cott geworden.

In den achtziger Jahren wurde die ökologische Kritik noch im Verzichtsjargon vorgetragen. Doch diese freudlosen Jahre liegen weit zurück. Heute zeichnet sich der korrekte Verbraucher nicht dadurch aus, dass er nicht kauft, sondern dass er das Richtige kauft. "Leute, kauft Hybrid-Autos von Toyota", dieser Marketingschrei stammt nicht aus der PR-Abteilung des japanischen Konzerns, sondern von der Fraktionschefin der deutschen Grünen, Renate Künast.

So wird auch der Kampf gegen Kommerzialisierung und Power-Brands mit den Mitteln des Branding geführt. Nicht nur, dass Markenkritiker wie Naomi Klein zu Celebrities werden und damit zu so etwas wie Marken, auch konzernkritische Pressure-Groups wie das kanadische Adbuster-Netzwerk (www.adbuster.org) adaptieren wie automatisch die Zeichensprache der Markenwelt - die Zeitschrift der Gruppe unterscheidet sich ästhetisch kaum mehr von den kommerziellen Hochglanzprodukten des Lifestyle-Business. So entsteht eine regelrechte Gegenökonomie, die sich in manchem von der Mainstream-Ökonomie unterscheidet, ihr aber auch signifikant ähnelt. So brachten findige Jungunternehmer im Adbuster-Umfeld den Blackspot-Sneaker und den Blackspot-Unswoosher auf den Markt, zwei Schuhmodelle, von denen das eine ästhetisch den Converse-Sportschuhen, das andere den klassischen Clarks ähnelt. Die Schuhsohle ist aus wiederverwerteten Autoreifen, der Schuh selbst aus robustem Jeansmaterial zusammengenäht. Dort, wo bei Kommerzschuhen das Firmenlogo prangt, ist ein "Anti-Logo" angeklebt, das aber auch nicht anders funktioniert als ein Logo - es identifiziert den Träger des Schuhs als kommerzkritischen Geist, als Teil einer Community. Kein Wunder, dass der Recycling-Schuh zu einem regelrechten Renner wurde. Produziert ist das Ding in sauberen Fabriken mit ordentlichen Arbeitsbedingungen, von einer garantiert gewerkschaftlich organisierten Belegschaft (www.blackspotsneaker.org). (S 147 f)


 
 
Linkhinweise: Erläuterung zu "Hautgout"
www.adbuster.org

www.blackspotsneaker.org
Impft Schatten weg: "Der Luzifer-Effekt" (P. Zimbardo)
Franz Schuh: Ach, mein freier Raum (Spectrum, 1.3.08)
Karl Polanyi: The Great Transformation (Diplomarbeit von Thomas Breitner)