![]() |
Vertrauen in die Mitarbeiter als Grundvoraussetzung erfolgreichen Wirtschaftens |
|
![]() |
|
|
Wie ist das zu erklären? Wenn man der Sache auf den Grund geht, stellt sich fast immer heraus, dass nicht Motivation und Führungsstil die wesentlichen Aspekte sind, sondern die Frage, ob die Leute ihrem Chef vertrauen. Wenn ein Manager das Vertrauen seiner Umgebung - Mitarbeiter, Kollegen und Vorgesetzte - zu gewinnen und zu erhalten verstanden hat, spielen andere Dinge eine vergleichsweise unbedeutende Rolle. |
|
Ohne ein Minimum an gegenseitigem Vertrauen geht in einer Organisation nichts. Die Logik ist ebenso einfach wie zwingend: Wenn und so lange Vertrauen gegeben ist, braucht man sich über Motivation, Betriebsklima und Unternehmenskultur keine übermässigen Sorgen zu machen, obwohl ich natürlich nicht davon abraten will, sich darum zu kümmern. Viel wichtiger hingegen: Fehlt es an Vertrauen, dann bleiben alle diesbezüglichen Massnahmen wirkungslos - ja, schlimmer, sie verkehren sich ins Gegenteil. Sie werden dann häufig als besonders raffinierte Formen der Manipulation verstanden und letzten Endes als Zynismus. Es ist bemerkenswert, dass es zwar Tausende von Untersuchungen und Büchern über Motivation und Führungsstil gibt, aber fast keines über Vertrauen. Es ist schlicht übersehen worden; und die Praxis hat es jahrzehntelang geduldet, dass - leicht als solche erkennbare - Irrlehren verbreitet wurden. Vertrauen ist die Grundlage jeder vernünftigen, menschengerechten, vor allem aber jeder funktionierenden Form von Führung. Es erfordert keine besonderen Fähigkeiten und Begabungen und schon gar keine hochgestochenen Theorien, wie sie heute für alles und jedes zeitgeistkonform bemüht werden. Vertrauen und auch sein Gegenteil, Misstrauen, sind entgegen allgemeiner Meinung keine emotionalen Phänomene, obwohl gewisse Gefühlslagen mit beiden verbunden sein mögen. |
Es ist unnötig, sofort von Vertrauenskultur zu sprechen, wie das oft reflexartig passiert. Was nötig ist, sind konsistentes Verhalten, Verlässlichkeit und vielleicht das, was man als charakterliche Integrität zu bezeichnen pflegt: meinen, was man sagt - und so handeln. Zwei weit verbreiteten Missverständnissen sei vorgebeugt: Man beachte, dass zu meinen, was man sagt, nicht bedeutet, alles zu sagen, was man meint. Das wäre in der Wirklichkeit unserer Organisationen naiv. Als Führungskraft wird man sich zu überlegen haben, was man sagt, vor wem und wann. |
Wenn man sich aber entschließt, etwas zu sagen, dann muss es so gemeint sein. Und man beachte zweitens, dass das nicht heißt, dass man seine Meinung nicht mehr ändern darf. Selbstverständlich darf man das vor allem weil sich die Lage in jeder Organisation heute rascher verändert als vielleicht je zuvor. Man muss es nur sagen, dass man seine Meinung geändert hat; und wenn man gut führen will, begründet man es auch. |
|
![]() |